Nach zwei Jahren Festival- und Campingtouren mit unserem Dacia Dokker kam immer mehr der Gedanke auf, wie praktisch ein größeres Fahrzeug doch wäre. Als wir 2019 auf dem Metalfest in Tschechien campten, kam uns dann der endgültigen Entschluss. Neben unserem Camp stand ein Pössl Roadcruiser von welchem wir sehr angetan waren. Nach einer kurzen Besichtigung des Mobils war uns dann endgültig klar: „Etwas größeres muss her!“
Die nächsten Monate waren wir sehr damit beschäftigt uns zu informieren und zu recherchieren. Viele Nächte schlugen wir uns um die Ohren um im Internet zu lesen. Wir besuchten diverse Händler um Fahrzeug zu begutachten und tauschten uns mit erfahrenen Campern aus.
Die Wahl des Aufbaus viel uns leicht: Ein Kastenwagen mit 6 m Länge sollte es werden. Dieser war für uns der optimale Kompromiss zwischen Campingbus und Alkoven, Teilintegriert usw.
Ein Kastenwagen bot uns folgende Vorteile:
- Enthält eine Nasszelle (WC, Bad/Dusche)
- Mit einer Länge von 6 m kommt man noch gut in viele Parklücken und ist in den Städten einfach wendiger und agiler
- Die Fährpreise halten sich noch in Grenzen im Gegensatz zu längeren Fahrzeugen
- July hätte ihren festen Platz im Fahrzeug
- Es muss nicht mehr groß umgebaut werden wenn wir spontan wo anhalten zum Schlafen
- Es ist eine Heizung verbaut!
- wir können im Winter campen 🙂 !!!
- Ein Kastenwagen befindet sich noch in der Preiskategorie die für uns erschwinglich ist
Eine ganz große Frage war natürlich auch: Neuwagen oder ein Gebrauchter?
Da wir in Stuttgart leben war sofort klar, dass nur ein neueres Modell, mit Euro 6 Diesel, in Frage kommt. Da wir auch gern auf Konzerte in andere Städte fahren und immer mehr Fahrverbote für ältere Dieselfahrzeuge aufkommen, kommt nur dieses in Betracht.
Beim Durchstöbern des Gebrauchtwagenmarktes der Euro 6 – Fahrzeuge bemerkten wir ziemlich schnell, dass die Preise zum Neuwagen sich kaum unterscheiden. Der Wertverlust eines Kastenwagens ist sehr gering. So entschieden wir uns für einen Neuwagen, da wir auch schon dir ein oder andere schlechte Erfahrung mit Gebrauchtfahrzeugen gemacht haben.
Da wir bei der Modellwahl immer wieder auf die Firma Pössl stießen, informierten wir uns auch über deren Tochterprodukte Roadcar und Clever. Diese sind Teil der Pösslfamilie jedoch etwas Preiswerter und unterscheiden sich nur gering vom „großen Bruder“. Roadcar wird als DAS Mobil angepriesen wenn man in den „Wohnmobilwahn“ einsteigen will. Es ist quasi die günstigere Variante. Clever hält sich irgendwo in der Mitte zwischen Beiden auf.
Da wir das viele Lesen satt hatten, entschlossen wir uns spontan, ein Modell über ein Wochenende zu mieten. Nur so konnten wir feststellen ob dieses auch zu uns passt und einen Praxistest machen. Über das Internetportal http://paulcamper.de, wo Privatfahrzeuge zur Vermietung angeboten werden, fanden wir ein ROADCAR R600 im benachbarten Stadtteil Bad Cannstatt. Hier der Direktlink zum Fahrzeug: http://stuttgartcamper.de. Schnell wurde das Fahrzeug gemietet und ein Wochenende in der Therme Erding geplant.
Natürlich testeten wir das komplette Fahrzeug auf Herz und Nieren.
- Der Wagen lies sich sehr gut fahren. Die 120 PS des Fiatmotors fanden wir ausreichend, wenn es auch etwas mehr hätten sein können 😉
- Der Wohnraum ist für 2 Personen + Hund optimal wenn auch das Bad doch sehr klein ist. Zum auf die Toilette gehen und Zähne putzen reichte es vollkommen aus aber zum Duschen wird es sehr eng. Wobei wir eh nicht vor hatten oft im Van zu Duschen, hat doch jeder Campingplatz und auch mittlerweile viele Festival saubere Sanitäranlagen.
- Die Küche ist sehr funktionabel. Der Herd hat 3 Gasflammen wobei ich mich frage warum? Auf die kleinen Flächen bekomme ich niemals 3 Töpfe gleichzeitig gestellt. Da wäre ein 2 Flammenherd wohl etwas praktischer gewesen. Der Kühlschrank ist für 2 Personen absolut ausreichend. Sehr positiv ist, dass dieser von Außen zugänglich ist. Will ich ein kaltes Bier muss ich nicht durch das halbe Auto laufen, sondern kann dies von außen holen. Sehr großer Pluspunkt 😉
- Die Gasheitzung braucht etwas an Zeit bis diese auf Touren kommt. Sorgt jedoch dann für ein angenehmes Raumklima. Sofern man genug Gas dabei hat 😉
- In den vielen Schränken sowie dem Keller hat man massig Stauraum für Zubehör und Gepäck.
Ich habe euch hier mal ein kurzes Video hochgeladen wo der Wohnraum des Mietfahrzeuges im Schnelldurchlauf gezeigt wird.
Es gab noch einige schlaflose Nächte und viele weitere Recherchen. Doch die Wahl fiel uns dann nach ein paar Pro- und Kontralisten leicht. Das Road Car R600 muss her !
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